Ausdrucksprozessor

Dieser Prozessor ist ein vielseitiger Prozessor, der einen Ausdruck als Argument verwendet und sein Ergebnis in einem Feld ausgibt.

Der Ausdruck kann sich aus Folgendem zusammensetzen:

  • Kennungen,

  • Literale (Zahlen, Textliterale, boolesche Variable, Ausdrücke und Schlüsselwörter)

  • Operatoren,

  • Funktionen.

Voraussetzung

Der Ausdrucksprozessor macht am meisten Sinn im Evaluierungsmodus (d.h. "berechnen und das Ergebnis des Ausdrucks ausgeben"), der durch Starten des Ausdrucks mit einem Gleichheitszeichen (`=`) aktiviert wird. Andernfalls wertet der Prozessor den Ausdruck nicht aus und setzt ihn einfach so ein, wie er im Ausgabefeld steht.

Das beginnende Gleichheitszeichen (`=`) wird bei allen folgenden Beispielen weggelassen.

Den Prozessor einrichten

Befolgen Sie die Anweisungen der unteren Tabelle, um die Parameter des Ausdrucksprozessors einzurichten.

Beschriftung

Beschreibung

Obligatorisch

Ausdruck

Ausdrucksmuster

ja

Ausgabefeld

Feld, in dem der Ausdruck angewendet wird. Es kann sich um ein vorhandenes Feld handeln, das aus der Liste ausgewählt wird, oder ein neues Feld, das zu diesem Zweck erstellt wurde (in diesem Fall bitte Eingabetext aus der Liste wählen und den Namen des neuen Feldes in den unteren Textbereich eingeben).

ja

Einen Ausdruck erstellen

Ein Ausdruck ist eine Anweisung an den Prozessor, eine Operation auszuführen und den Wert in einer neuen oder bestehenden Spalte des Datensatzes auszugeben.

Diese Ausdrücke ähneln Formeln in einer Tabellenkalkulationssoftware. Der Hauptunterschied besteht darin, dass der Prozessor anstelle der Referenzierung von Zellen (z.B. "A1 + B2") Operationen mit den Werten bestimmter Spalten durchführen kann (z.B. "Spalte_1 + Spalte_2").

Wie in einer Formel können Ausdrücke eine beliebige Kombination von verschiedenen Elementen sein. Der Ausdrucksprozessor unterstützt die folgenden Elemente:

  • Kennungen (z.B.: ein Feldname wie Spalte_1 oder ein erzwungener Feldname wie $Spalte_1),

  • Literale:

    • Zahlen (z.B.: 2 oder 3.6),

    • Textliterale (z.B. "hallo" oder 'Welt'),

    • Boolesche Elemente (z. B.: '`true'` oder 'false'),

    • Schlüsselwörter (z.B.: eine mathematische Konstante wie pi und e),

  • Operatoren (z.B.: +, OR, not, <=),

  • Funktionen (z.B.: now(), sin(Zahl), startswith("hallo', 'er')).

Kennungen

Das Hauptmerkmal des Ausdrucksprozessors ist seine Fähigkeit, Operationen mit den Spalten eines Datensatzes durchzuführen. Die technische Kennung (oder der Feldname) einer Spalte kann in jedem beliebigen Ausdruck verwendet werden, um auf den Wert dieses Feldes für den aktuellen Eintrags zuzugreifen. Diese technische Kennung finden Sie in den Feldoptionen als Name dieses Feldes.

Beispiele:

  • Spalte_1 um auf ein Feld mit dem Namen Spalte_1 zuzugreifen (und ggf. mit der Bezeichnung "Spalte 1")

  • name_en um auf ein Feld mit dem Namen name_en zuzugreifen (und ggf. mit der Bezeichnung "Name (EN)")

Wichtig

In einigen Fällen kann der Feldname mehrdeutig sein, z.B. wenn es sich um eine Zahl handelt, wenn er mit einer Zahl beginnt oder wenn es sich um ein belegtes Schlüsselwort wie "pi" (die mathematische Konstante PI) oder "e" (die mathematische Konstante Eulersche Zahl) handelt.

Um den Ausdrucksprozessor zu zwingen, eine Kennung als Feldnamen auszuwerten, ist es möglich, jeder Kennung ein Dollarzeichen ($) voranzustellen. Das Dollarzeichen kann für jeden beliebigen Feldnamen verwendet werden, ist aber nur bei mehrdeutigen Feldnamen zwingend erforderlich.

Beispiele:

  • $Spalte_1 um auf ein Feld mit dem Namen Spalte_1 zuzugreifen (und ggf. mit der Bezeichnung "Spalte 1")

  • $name_en um auf ein Feld mit dem Namen name_en zuzugreifen (und ggf. mit der Bezeichnung "Name (EN)")

  • $20_to_25_yo um auf ein Feld mit dem Namen 20_to_25_yo zuzugreifen (und ggf. mit der Bezeichnung "20 to 25 years old")

  • $33 um auf ein Feld mit dem Namen 33 zuzugreifen

  • $pi um auf ein Feld mit dem Namen pi zuzugreifen

In allen folgenden Beispielen kann jede beliebige Zahl oder jedes Textliteral durch einen Feldnamen ersetzt werden, der Werte des gleichen Typs enthält. Der Ausdrucksprozessor extrahiert den Wert für die angegebene Spalte und führt damit die gewünschte Operation durch.

Mehrere Felder (oder sogar mehrmals das gleiche Feld) können gleichzeitig in einem Ausdruck verwendet werden.

Literale

Literale wie Zahlen, Textliterale (mit einfachen oder doppelten Anführungszeichen), boolesche Variable und Schlüsselwörter können in jedem Ausdruck verwendet werden.

Beispiele:

  • 3
  • 2.5
  • "Hallo" oder 'Hallo'

  • 'Ein längerer Satz'

  • 'true' oder 'false'

  • pi, PI oder Pi

  • e oder E

Operatoren

Operatoren sind Symbole, die sich im Wesentlichen wie Funktionen verhalten, aber mit einer natürlicheren Syntax verwendet werden.

Der Ausdrucksprozessor unterstützt 3 Arten von Operatoren, abhängig von der Anzahl der Parameter, die sie umgeben:

  • Unäre Operatoren können als Präfixe oder Suffixe verwendet werden, um den Wert eines Ausdrucks zu ändern,

  • Binäre Operatoren können arithmetische Operatoren sein, um eine Kalkulation zwischen 2 Ausdrücken durchzuführen, oder boolesche Operatoren, um das Ergebnis von 2 Ausdrücken zu vergleichen,

  • der ternäre Operator, um einen bedingten Ausdruck in eines von 2 möglichen Ergebnissen umzuwandeln.

Hinweis

Es gilt die folgende Operatorrangfolge: Fakultät, exponential, Vorzeichen, euklidische Division, Funktionsbewertung, Multiplikation/Division, Addition/Subtraktion, Verkettung, nicht, Vergleich, und, ternärer Operator, ternärer Operator ohne weiteres.

Unäre Operatoren

Operator

Beschreibung

Beispiel

-

Präfix, das den folgenden Wert negiert

- 4, - [Ausdruck]

not, ! (not)

Boolescher Operator, der die folgende Bedingung umkehrt

  • not('true') oder !('true') ist false

  • not(4 > 5) ist true

  • !(5 <= 10) ist false

! (Fakultät)

Suffix, das die Fakultät eines Ausdrucks berechnet

3! ergibt 1*2*3

Binäre Operatoren

Operator

Beschreibung

Beispiel

+, -, *, /, %, //, ^

Arithmetische Operatoren: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division, Modulo, euklidische Division, Potenz

  • 2 + 3 ergibt 5

  • 5 - 8 ergibt -3

  • 9 * 3 ergibt 27

  • 15 / 6 ergibt 2.5

  • 15 % 6 ergibt 3

  • 15 // 6 ergibt 2

  • 2 ^ 3 ergibt 8

  • Spalte_1 + Spalte2

und, &&, oder, || (ergibt einen booleschen Wert)

Boolesche Operatoren: and, or

  • 'true' und 'true' ist true

  • 'true' && 'false' ist false

  • 'true' oder 'false' ist true

  • 'false' || 'false' ist false

>, <, >=, <=, ==, !=

Vergleichsoperatoren: größer als, kleiner als, größer oder gleich, kleiner oder gleich, gleich, ungleich ergeben einen booleschen Wert

  • 3 < 4 ist true

  • 5 >= 10 ist false

&

Zeichenfolgen-Verkettungsoperator

'Hallo' & ' Welt' ergibt 'Hallo Welt'

Ternärer Operator

Der Ausdruck [Bedingung] ? [Ergebnis wenn wahr] : [Ergebnis wenn falsch] wird als ternärer Operator bezeichnet und ermöglicht es, je nach Bedingung unterschiedliche Ergebnisse zu ergeben.

Hinweis

Ein ternärer Ausdruck kann als "wenn [Bedingung] dann [Ergebnis wenn wahr] sonst [Ergebnis wenn falsch]" gelesen werden.

Beispiele:

  • 'true' ? 'hallo' : 'tschüss' ergibt 'hallo'

  • 'false' ? 'hallo' : 'tschüss' ergibt 'tschüss'

  • 4 > 3 ? '4 ist größer als' : '3 ist größer' ergibt '4 ist größer'

  • 10 <= 9 ? '9 ist größer' : '10 ist größer' ergibt '10 ist größer'

Der letzte Teil des ternären Operators ist optional. Deshalb sind die folgenden Ausdrücke gültig:

  • 'true' ? 'hallo' ergibt 'hallo'

  • 'false' ? 'hallo' ergibt ein leeres Ergebnis

Funktionen

Funktionen werden verwendet, um fortgeschrittene Operationen in einem Ausdruck durchzuführen. Sie können 0 oder mehr Parameter annehmen und Transformationen anwenden, wie z.B.:

  • Textverarbeitung,

  • mathematische Funktionen,

  • Verarbeitung von Datum und Uhrzeit.

Textverarbeitung

Boolesche Funktionen

Funktion

Beschreibung

Beispiel

isalpha([text])

Wahr, wenn der Text nur Buchstaben enthält

 
isnumeric([text])

Wahr, wenn der Text nur Zahlen enthält

 
isalnum([text])

Wahr, wenn der Text nur Buchstaben oder Zahlen enthält

 
isdecimal([text])

Wahr, wenn der Text eine gültige Dezimalzahl ist

 
isdigit([text])

Wahr, wenn der Text eine einstellige Zahl ist

 
islower([text])

Wahr, wenn der Text klein geschrieben ist

 
isupper([text])

Wahr, wenn der Text groß geschrieben ist

 
empty([text])

Wahr, wenn der Text leer ist

 
contains([text],[text]), startswith([text],[text]), endswith([text],[text])

Wahr, wenn der Text (1. Argument) Text enthält, mit ihm beginnt oder mit ihm endet (2. Argument)

  • contains("hallo", "lch") ergibt True

  • startswith("hallo', 'er') ergibt True

  • endswith("hallo', 'er') ergibt False

Verarbeitungsfunktionen

Funktion

Beschreibung

Beispiel

length([text])

Ergibt die Länge des Texts

length('hallo') ergibt 5

lower([text]), upper([text])

Konvertiert Text in Kleinbuchstaben, in Großbuchstaben

 
capitalize([text]), capitalize_all([text])

Großschreibung des ersten Buchstabens des Textes, des ersten Buchstabens jedes Wortes

 
  • ljust([text],[numeric],[text])
  • rjust([text],[numeric],[text])
  • center([text],[numeric],[text])

Einen Text links, rechts und mittig ausrichten (1. Argument), bis er [numerische] Zeichen mit einem anderen Text (3. Argument) erreicht

  • ljust("4400", 5, "0") ergibt "44000"

  • rjust("4400", 5, "0") ergibt "04400"

  • center("4400", 6,"0") ergibt "044000"

normalize([text])

Konvertiert einen Text in seine ASCII-Darstellung

normalize("你好") ergibt "ni hao"

substring([text],[numeric],[numeric])

Extrahiert eine Teilzeichenkette aus Text, beginnend mit dem durch das 2. Argument angegebenen Index und einer Länge, die durch das 3. Argument angegeben wird (optional).

substring('hallo', 1, 3) ergibt``"all"``

Mathematische Funktionen

Funktion

Beschreibung

Beispiel

abs([numeric])

Absoluter Wert

abs(-4) ergibt 4

sqrt([numeric])

Quadratwurzel

 
floor([numeric]), ceil([numeric])

Boden- und Deckenfunktionen

  • floor(4.6) ergibt 4

  • ceil(3.3) ergibt 4

max([numeric],[numeric]), min([numeric],[numeric])

Max- und Min-Funktionen

 
round([numeric])

Ergibt die nächstgelegene Ganzzahl

  • round(4.6) ergibt 5

  • round(3.3) ergibt 4

random([numeric])

Zufallszahlengenerator (zwischen 0 und [numeric])

random(10) ergibt zum Beispiel 7.27846540481

pow([numeric], [numeric])

Potenzfunktion

pow(2, 3) ergibt 8

exp([numeric]), log([numeric]), log10([numeric])

Exponentielle, logarithmische und Basis 10 Logarithmusfunktionen

exp(1) ergibt E

radians([numeric])

Konvertiert einen Winkel von Grad in Radiant

radians(180) ergibt PI

degrees([numeric])

Konvertiert einen Winkel von Radiant in Grad

degrees(PI) ergibt 180

cos([numeric]), cosh([numeric]), sin([numeric]), sinh([numeric]), tan([numeric]), tanh([numeric])

Kosinus, hyperbolischer Kosinus, Sinus, hyperbolischer Sinus, Tangens, hyperbolischer Tangens (in Radiant)

sin(PI) ergibt 0

acos([numeric]), acosh([numeric]), asin([numeric]), asinh([numeric]), atan([numeric]), atanh([numeric])

Umgekehrter Kosinus, umgekehrter hyperbolischer Kosinus, umgekehrter Sinus, umgekehrter hyperbolischer Sinus, umgekehrter Tangens, umgekehrter hyperbolischer Tangens (in Radiant)

acos(0) ergibt PI/2

Verarbeitung von Datum und Uhrzeit

Funktion

Beschreibung

Beispiel

year([datetime]), quarter([datetime]), month([datetime]), day([datetime]), dayofweek([datetime]), hour([datetime]), minute([datetime]), second([datetime])

Extrahiert das Jahr, das Vierteljahr, den Monat, den Tag, den Wochentag, die Stunden, Minuten und Sekunden aus einer DateTime

  • year("2014-06-07") ergibt 2014

  • hour("2014-06-07 17:00") ergibt 17

  • hour("2014-06-07 17:00", "Europe/Paris") ergibt 19

add_years([datetime],[numeric]), add_months([datetime],[numeric]), add_days([datetime],[numeric]), add_hours([datetime],[numeric]), add_minutes([datetime],[numeric]), add_seconds([datetime],[numeric])

Fügt einer DateTime Jahre, Monate, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden hinzu

add_months("2014-11-14", "3") ergibt 2015-02-14

fromtimestamp([numeric])

Konvertiert einen Zeitstempel in eine DateTime

 
quartertodaterange([numeric])

Konvertiert ein Quartal (z.B.: "2014Q2", "2019q1") in einen Datumsbereich

quartertodaterange("2014Q2") ergibt "2014-04-01 / 2014-06-30"

datediff([datetime], [datetime], [unit])

Zählt die Anzahl der Einheiten zwischen den zwei DateTimes. [unit] kann "year" (Jahr), "month" (Monat), "day" (Tag), "hour" (Stunde), "minute" (Minute), "second" (Sekunde) sein.

  • datediff("2014-02-28", "2015-02-28", "month") ergibt 12

  • datediff("2014-02-28T20:00:00Z", "2014-02-28T21:00:00Z", "minute") ergibt 60